Viele Waldorfschulen sammeln seit Jahren Erfahrungen mit dem so genannten „bewegten Klassenzimmer“, das in den ersten zwei oder drei Schuljahren alle Lernprozesse aus der Bewegung heraus gestaltet, statt diese - wie traditionell im Schulbereich - aus dem Lernen auszuklammern. Dabei wird auf fest installierte Schulmöbel zugunsten variabler Ausstattungen verzichtet, um die eigene Aktivität der Kinder zum Ausgangspunkt ihres Lernens zu machen.

Tische und Stühle werden durch Sitzbänke für je zwei Kinder und Sitzkissen ersetzt. Wenn die Kinder schreiben oder malen, sitzen oder knien sie hinter den Bänken auf den Kissen. Außerdem lassen sich die Bänke in vielfältiger Weise zum Spielen nutzen (Balancieren, Durchkriechen, Bauen, ...). Durch das veränderte Mobiliar lässt sich die Klasse in wenigen Minuten vom Spielraum zum Arbeitsraum, zur Gesprächs- oder Erzählrunde umbauen. Die Hauptunterrichtsform ist der Kreis. Hierdurch ist eine bessere Wahrnehmung der Kinder untereinander und auch zum Lehrer möglich. Aus den Erfahrungen von 40 Waldorfschulen haben sich folgende Erkenntnisse ergeben.

  • Die Kinder agieren viel intensiver untereinander, die Klasse wächst schneller zusammen, auch mit dem Lehrer.
  • Schwierigkeiten, Konflikte treten schneller zu Tage und können besser, weil zeitnaher, bearbeitet werden.
  • Das gesamte Klassenleben wird familiärer und lebensnaher.
  • Das Lernen wird effektiver, weil lebensnaher, harmonischer und tiefergehend gearbeitet werden kann.
  • Mehr Bewegungsmöglichkeiten, räumlich und zeitlich, dadurch können die Kinder besser üben und an die Bewegung herangeführt werden.

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