Die Waldorfpädagogik unterscheidet deutlich zwischen Lernen im Elementarbereich und schulischem Lernen. Während das schulische Lernen auf die anleitende Lehrerpersönlichkeit gerichtet ist (Lernen mithilfe der Autorität), erfolgt das vorschulische Lernen freilassend im Spiel (Lernen durch Nachahmung).

Ziel des vorschulischen Lernens ist die Entwicklung von elementaren Basiskompetenzen, auf denen sich anschließend schulisches Lernen aufbaut. Werden die Kinder zu früh eingeschult, verschärft sich die Gefahr einer Überforderung. In der Regelschule wurde dies notfalls durch “Sitzenbleiben” wieder ausgeglichen. Ob die betroffenen Schüler das seelisch auch als Ausgleich erlebten, darf bezweifelt werden. Zu frühe schulische Lernanforderungen entziehen den Kindern Kräfte, die sie eigentlich noch zur Ausreifung benötigen. Dadurch kann es zu Irritationen mit Auswirkungen bis tief in die gesundheitliche Konstitution kommen.

Wann der Schritt vom vorschulischen zum schulischen Lernen für das einzelne Kind richtig und notwendig ist, hängt nur zum Teil von seinem Alter ab. Entscheidend ist vielmehr der körperliche und der seelische Entwicklungsstand des Kindes, der jeweils individuell geprüft werden muss.

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